Andacht zum 4. Fastensonntag

Da wir in der aktuellen Situation keine Gottesdienste gemeinsam in unseren Kirchen feiern können, finden Sie hier eine Andacht für zu Hause:

Eine Kerze anzünden

Suchen Sie sich einen Ort in der Wohnung, der Ihnen gut für das Gebet scheint. Das kann (gerade zu mehreren) ein Tisch sein oder ein Sessel… Vielleicht können Sie ein Kreuz auf den Tisch legen und eine Kerze anzünden. Wenn Sie gern singen, suchen Sie sich Ihre Lieblingslieder aus dem Gotteslob heraus und fügen sie ein, wo Sie es für gut halten. Alle Gebete sind in der Wir-Form formuliert. Wenn Sie allein sind, ändern Sie entweder in „ich“ oder machen Sie sich bewusst, dass Sie –obwohl jede für sich – mit vielen anderen gemeinsam Gottesdienst feiern. Sie dürfen sicher sein: Jesus Christus ist an jedem Ort, wo man ihn willkommen heißt, gerade hier und jetzt ist er da und ansprechbar. Die Kerze ist ein Zeichen für seine Gegenwart. Und so kann die Andacht bewusst mit dem Kreuzzeichen begonnen werden:

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Wochenrückblick - Blicken Sie auf die vergangene Woche zurück: Wie hat sich die Situation verändert? Worunter haben Sie gelitten? Was beschäftigt Sie? Die Klagen können und dürfen Sie Gott sagen. Hier finden Sie einen Vorschlag. Aber eine ganz persönliche Klage ist möglich (und besser). (hier eine Stille oder Gespräch einfügen)

Gott, wir klagen dir unsere Situation:

Keiner kann uns sagen, wie es weitergeht, wann es besser wird – wo gibt es Sicherheit? Wir sind in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, müssen Gewohntes und Liebgewonnenes weglassen.

Die Situation geht uns an die Substanz, wirtschaftlich und psychisch, wir sorgen uns um Verwandte, Bekannte, Freunde…

Was ist, wenn wir uns anstecken? Wird unser Gesundheitssystem dann für uns da sein? Werden wir die Behandlung bekommen, die wir brauchen?

Sogar auf gemeinsame Gottesdienste, die Begegnungen in der Gemeinde, die heilige Kommunion müssen wir verzichten!

Und da sollen wir glauben, dass du die Welt in deinen guten Händen hältst? Dass du dich uns freundlich zuwendest? Was bleibt uns, als dich zu bitten? Lehre uns vertrauen, dass die Verantwortlichen recht entscheiden, dass so Leben gerettet werden können. Lass uns die Situation annehmen, wie sie ist. Bleib uns nahe und lass uns aufeinander achten. Und mache dieser Situation ein Ende! Lass uns die Krankheit besiegen!

Nimmst du alle unsere Sorgen und Klagen an? Ja!

Der 4. Fastensonntag ist der Sonntag Lätare. Vielleicht gibt es bei all der Klage auch Gutes an dieser Zeit. Blicken Sie unter dieser Brille auf die Woche zurück. (hier eine Stille oder Gespräch einfügen) Und dann legen Sie alles, was geschehen ist in Gottes Hand, der mit Ihnen Gottesdienst feiern will.

Tagesgebet:

Herr, unser Gott, du hast in deinem Sohn die Menschheit auf wunderbare Weise mit dir versöhnt. Gib deinem Volk einen hochherzigen Glauben, damit es mit froher Hingabe dem Osterfest entgegeneilt. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Evangelium

Bevor Sie das Evangelium des heutigen Sonntags lesen, einige Vorbemerkungen. Der Evangelist Johannes erzählt eine Blindenheilung. Eigentlich eine wunderbare Sache. Hier jedoch wird sie zum Anlass für größte Missverständnisse. Das aber ist im Johannesevangelium angelegt. Jesus kommt von Gott, er handelt in Gottes Namen und Vollmacht. Wer das anerkennt, versteht ihn. Wer nicht glauben kann, dass Jesus zu Gott gehört, versteht nichts. Daran entzünden sich Missverständnisse und Feindschaft.

 + Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes            Joh 9, 1 - 41
In jener Zeit

1 sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war.

2 Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt?
Er selbst? Oder haben seine Eltern gesündigt, so dass er blind geboren wurde?

 3 Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt,
sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden.

4 Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat;
es kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann.

5 Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.
6
Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde;
dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen

7 und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen.

 8 Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten:
Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?

9 Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich.

Er selbst aber sagte: Ich bin es.

10 Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen geöffnet worden?

 11 Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach, und wasch dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte wieder sehen.

12 Sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagte: Ich weiß es nicht.

 13 Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern.

14 Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte.

15 Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei.
Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich, und jetzt kann ich sehen.

 16 Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun?

So entstand eine Spaltung unter ihnen.

17 Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet.

 18 Die Juden aber wollten nicht glauben, dass er blind gewesen und sehend geworden war. Daher riefen sie die Eltern des Geheilten

19 und fragten sie: Ist das euer Sohn, von dem ihr behauptet, dass er blind geboren wurde? Wie kommt es, dass er jetzt sehen kann?

20 Seine Eltern antworteten: Wir wissen, dass er unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde.

21 Wie es kommt, dass er jetzt sehen kann, das wissen wir nicht. Und wer seine Augen geöffnet hat, das wissen wir auch nicht. Fragt doch ihn selbst, er ist alt genug und kann selbst für sich sprechen.

 22 Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten; denn die Juden hatten schon beschlossen, jeden, der ihn als den Messias bekenne, aus der Synagoge auszustoßen.

23 Deswegen sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt doch ihn selbst.

 24 Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war, zum zweiten Mal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist.

 25 Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehen kann.

 26 Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine Augen geöffnet?

 27 Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt, aber ihr habt nicht gehört.

Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt auch ihr seine Jünger werden?

 28 Da beschimpften sie ihn: Du bist ein Jünger dieses Menschen; wir aber sind Jünger des Mose.

29 Wir wissen, dass zu Mose Gott gesprochen hat; aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt.

 30 Der Mann antwortete ihnen: Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei hat er doch meine Augen geöffnet.

31 Wir wissen, dass Gott einen Sünder nicht erhört; wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört er.

32 Noch nie hat man gehört, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet hat.

33 Wenn dieser Mensch nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiss nichts ausrichten können.

 34 Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus.

35 Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn?

 36 Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube.

 37 Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es.

 38 Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.

 39 Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen: damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden.

 40 Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies.

Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind?

 41 Jesus antwortete ihnen: Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde.

Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde.

 Zum Nachsinnen:

Wer hat die Deutungshoheit über die Geschichte? Der Blinde in seiner Dankbarkeit über die Heilung und seiner Hochachtung Jesu? Die Pharisäer, die Jesus für einen Betrüger halten, einen, der sich anmaßt zu sein, was er nicht ist? Jesus, der sich zu Gott gehörig weiß und als Zeichen dieser Zugehörigkeit heilt? Wir Leser, die in dem Ganzen eine seltsame Geschichte sehen?

Und unsere Situation jetzt: Wer oder was deutet sie uns? Die Angst vor der unberechenbaren Situation? Der Zweifel, ob „die da oben“ wissen, was sie tun? Das Vertrauen, dass die Verantwortlichen sachgerecht handeln? Der Glauben, dass Gott weiß, was uns nützt? Es ist unsere Entscheidung! Wir können mit Gott ringen, möge er uns schenken, die letzteren zu übernehmen.

Lobpreis

Wer Gott lobt, erkennt an, dass ER alles in der Hand hält und Er größer ist als Angst und Sorge. Manchmal heißt Lobpreis auch: sich fast trotzig an Gottes Zusagen festhalten.

 Aus Psalm 145

Ich will dich erheben, meinen Gott und König,

ich will deinen Namen preisen auf immer und ewig.

Groß ist der HERR und hoch zu loben,

unerforschlich ist seine Größe.

Geschlecht um Geschlecht rühme deine Werke,

deine machtvollen Taten sollen sie künden.

Sie sollen die Erinnerung an deine große Güte wecken

Und über deine Gerechtigkeit jubeln.

Der HERR ist gut zu allen,

sein Erbarmen waltet über all seinen Werken.

Der HERR stützt alle, die fallen,

er richtet alle auf, die gebeugt sind.

Aller Augen warten auf dich

Und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.

Du tust deine Hand auf

Und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen.

Nahe ist der HERR allen, die ihn rufen,

allen, die ihn aufrichtig rufen.

Das Lob des HERRN spreche mein Mund,

alles Fleisch preise seinen heiligen Namen

auf immer und ewig!

 Fürbitten

Wo wir nicht weiterwissen, können wir Gott bestürmen und ihn in unseren Anliegen bitten. Nach jeder Bitte können Sie eine kleine Pause machen und auch ganz persönliche Bitten einfügen:

  • Wir bitten für alle, die in dieser Zeit Entscheidungen treffen müssen, die weitreichende Auswirkungen haben.
  • Wir bitten für alle, die am Ende sind: wirtschaftlich und psychisch, in Überforderung und Angst.
  • Wir bitten für die Flüchtlinge an Europas Grenzen und für alle, die unter Hunger oder Krieg leiden.
  • Wir bitten für die verfolgten Christen, die oft mit ihrem Glauben allein sind.
  • Wir bitten für unsere Familie und unsere Bekannten.

 Vater unser

Abschluss

Wir sind abgeschnitten von der Kommunion, der Gemeinschaft mit dem Herrn im Heiligen Brot! Wenn Jesus auch uns die Augen öffnet, könnten wir suchen, wo Gemeinschaft mit ihm auf andere Weise möglich ist. Was fällt Ihnen dazu ein?

Eine Spur: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40) Das lädt ein sich bewusst zu machen: in jedem Menschen kann Christus mir begegnen! Möglich, dass er heute am Telefon mit mir redet!

 Herr Jesus Christus bleibe bei uns und segne uns.

Gehe mit uns auf allen Wegen und trage uns durch Freude, Leid, durch Aufbruch und Unsicherheit.

Sei mit allen, die uns lieb sind.

Lass erfahren, wie nah du uns bist.

Das erbitten wir:

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

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